Sonntag, 18. November 2012

BALD WIEDER: DER GASTFREUND / DIE ARGONAUTEN!

Eigentlich ist unser Projekt DER GASTFREUND / DIE ARGONAUTEN im Juli zuende gegangen - Kritiken & Fotos kann man hier einsehen: http://www.staatstheater.karlsruhe.de - ABER in einer Woche beginnen die Proben zur Fortsetzung der Grillparzer-Trilogie DAS GOLDENE VLIES, MEDEA! Mareike Mikat inszeniert im STUDIO das Stück über eine der schillerndsten, furchterregendsten, umstrittendsten Frauen der Theaterliteratur. Infos hier: http://www.staatstheater.karlsruhe.de

Und nach der MEDEA-Premiere am 24. Januar gibt es auch ein Wiedersehen mit den GASTFREUNDEN - am 26. Januar und 2. Februar gibt es zwei exklusive Vorstellungen des VOLKSTHEATER-Projekts mit 19 Karlsruhern, Schauspielern des Ensembles und Gast Peter Schneider.

Karten können jetzt schon gekauft werden! Wir freuen uns auf ALLE!

Freitag, 29. Juni 2012

„Wir laden euch ein, ihr ladet uns ein“ - Ein Vorbericht in der BNN, erschienen am 29.6.2012

Nach dem Saisonauftakt mit „100 Prozent Karlsruhe“ von Rimini Protokoll schließt sich der Kreis am Badischen Staatstheater zum Spielzeitende: Auch in der letzten Schauspielpremiere „Der Gastfreund/Die Argonauten“ hat sich die Bühne für Bürger geöffnet. Die Recherche zum Thema „Gastfreundschaft“ begann bereits im November 2011 mit dem „Club der Gastfreunde“, ein offenes Format mit freiem Eintritt, in welchem das Theater über fünf Monate die Bürger zu Veranstaltungen und Gesprächen ins Haus einlud (die BNN berichteten). In den Workshops und Vorträgen gab es einen vielseitigen Austausch darüber, was einen Gast ausmacht, was Gastfreundschaft ist, was Fremdheit bedeutet und wie damit umgegangen wird.
In Workshops wurden eigene Theatererlebnisse sowie sprachlicher und körperlicher Ausdruck erprobt. Im zweiten Schritt hat das Team um die Regisseurin Mareike Mikat das Projekt in den öffentlichen Raum getragen. Auf dem Friedrichsplatz wurde im April 2012 für acht Tage das „Traute Heim“ aufgebaut. Ein Ort, an dem jeder eingeladen war, miteinander zu diskutieren, zu entspannen und natürlich auch Theater zu spielen. Eine Aktion war die „Gastfreund-Soap“, in der täglich eine Szene des Argonauten-Mythos in Spontantheater-Format von Bürgern aufgeführt wurde. Viele der Recherchearbeiten sind in den letzten Teil des Projekts, die nun anstehende Produktion „Der Gastfreund/Die Argonauten“ eingeflossen. Die 20 Laien-Schauspieler sind zum Teil über diese Aktionen zum Mitspielen gekommen – eine heterogene Gruppe unterschiedlichen Alters und biografischer Hintergründe. Das Bühnenbild führt diese Idee des Austausches, des Aufhebens von Grenzen fort: Videodokumentationen vom „Trauten Heim“ sind ebenso Teil des Bühnenbilds wie das „Traute Heim“ selbst. Die Idee dahinter – „Wir laden euch ein, ihr ladet uns ein“ – geht auf. Bei den Proben gibt es einen regen Austausch. Alle sitzen an einem Tisch, diskutieren Fragen und Vorschläge zu einer Szene.
Die Bürger/Laiendarsteller tragen den gesamten ersten Teil des Grillparzer-Stückes als Chor. Statt von einzelnen Protagonisten werden die Rollen von Medea, Phryxus und Aites von wechselnden Gruppen gesprochen. Ausdruck und Bewegungen werden für das Kollektiv choreografiert. Ein schmaler Grat: Wann ist eine Geste zu viel, wann zu wenig? „Ich glaube an das Schwarmwissen“, heißt es von Mikat auf eine Frage. Sie sollen sich aneinander orientieren, miteinander agieren. „Es geht auch um Gleichwertigkeit“, so die Regisseurin. Eine Gleichwertigkeit, die sich in der Inszenierung unter anderem darin ausdrückt, dass die Bürger nicht als sie selbst oder als Statisten auf der Bühne stehen, sondern als Künstler, als Schauspieler den Originaltext von Grillparzer sprechen. Drei Wochen wurde hierfür jeden Abend mit den Amateurdarstellern geprobt. Einer der Teilnehmer hat zwei Wochen Jahresurlaub hierfür genommen.
Zu Beginn des Stückes stimmt Maria Bender ein traurig-schönes Lied an – eine der vielen Entdeckungen in einem Prozess, der durch Offenheit und Gastfreundschaft erst möglich wurde und der das Theater spannend und lebendig machen soll. Mikat: „Meiner Erfahrung nach kann jeder Schauspieler sein, der spielen will.“ Ein demokratischer Gedanke, der ein Theater aus der Mitte der Gesellschaft will – ein Theater, das die Gesellschaft widerspiegelt.
An Aktualität hat Franz Grillparzers Dramentrilogie „Das goldene Vlies“ von 1819 nichts eingebüßt. In der Bearbeitung des Argonauten-Mythos scheitert die Gastfreundschaft an Fremdenfeindlichkeit und Gier. Das Fremde/der Gast wird vorrangig als Feind, nicht als Freund gesehen.
Evelyne Arents

Donnerstag, 28. Juni 2012

ROBERT - ES WAREN ZUWENIG MÄNNER DA

Robert wurde in Burgau in Schwaben geboren und ist dort auch aufgewachsen. Seit 1985 lebt er Karlsruhe, weil er hier als Arbeitswissenschaftler arbeitet. Jetzt ist er in Rente und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit seinem Hund, geht gern zu Konzerten und beweist hin und wieder seinen grünen Daumen in seinem Garten.  Am liebsten zu Besuch hat er seine Tochter und ihre Familie.

Zum Gastfreund kam er, weil noch Männer gesucht wurden, um das Ensemble zu verstärken. Weil er auch schon in 100 Prozent Karlsruhe auf der Bühne stand, ließ er sich trotz anfänglicher Skepsis auf das Projekt ein und steht jetzt in beiden Teilen des Abends auf der Bühne.


MONIKA - DAMIT MEINE KINDER WAS ZU LACHEN HABEN

Monika wurde in Säckingen geboren und lebte dort bis zum ihrem vierten Lebensjahr. Nach Karlsruhe kam sie, da ihre Eltern sich entschlossen hatten, umzuziehen.  Monika studierte Germanistik und Südslavistik und schloß mit Magister ab.

Zurzeit ist Monika nicht berufstätig, sie selbst sagt "arbeitslos, aber nicht ohne Beschäftigung". Neben dem Theaterspielen und ihrer freiwilligen Mithilfe bei dem Projekt "sprecht miteinander" des IBZ in Karlsruhe kümmert sie sich auch um ihre Enkelkinder. Am liebsten hat sie ihre dreiTöchter, ihren Sohn und ihre zwei Enkelsöhne zu Gast. Monika war auch eine unserer Helferinnen im TRAUTEN HEIM.


KERSTIN - IRGENDWIE IST DAS ZEITLICHER IRRSINN, ABER DER THEATERVIRUS HAT MICH GEPACKT


Kerstin ist in Karlsruhe, genauer in Weingarten, geboren und aufgewachsen. Nach ihrem Abitur zog es sie aber erst mal weg von zu Hause, nach Saarbrücken und Nizza. Dort studierte sie Kunst, freie Malerei und Französisch. Auf die Frage, warum sie zurück nach Karlsruhe gegangen ist, antwortet sie, dass sie sich hier sehr wohl fühlt. Beruflich ist sie als Lehrerin am Gymnasium tätig und in ihrer Freizeit reist sie liebend gerne einfach mit dem Rucksack los. Ihr Lieblingsgast ist ihre Schwester mit ihrer Nichte Ella und natürlich immer gerne Freunde.

Kerstin hatte schon länger mal wieder Lust, Theater zu spielen. Als sie die Probentermine des Gastfreunds sah, war sie zwar erstmal abgeschreckt, entschied sich aber dann doch für die Teilnahme.




LUCY - ICH HABE MICH HINTERM SOFA VERSTECKT UND GESAGT, DASS ICH NICHT RAUSKOMMEN WILL

Lucy ist wie einige andere Gastfreunde gebürtige Karlsruherin. Zurzeit besucht sie die 11. Klasse des Gymnasiums und wird nächstes Jahr ihr Abitur machen.

Beim Gastfreund war Lucy auch schon als Helferin im TRAUTEN HEIM dabei und hat uns mit ihrer schauspielerischen Leistung bei der Gastfreund-Soap überrascht: als Absyrtus, Medeas kleiner Bruder, war sie dort unter anderem "besetzt". Der oben stehende Satz beschreibt Lucys erste schauspielerische Handlung in unserer Gastfreund-Soap.   

Da Lucy in der achten Klasse die Schule gewechselt hat, sind ihre früheren Schulkameraden und Freunde ihre Lieblingsgäste.


MARTIN - JETZT BIST DU NOCH EINEN SCHRITT WEITER

Martin ist gebürtiger Karlsruher und sozusagen ein Wiederholungsheimkehrer. Alles begann mit seiner Lehre zum Raumausstatter, als Martin erstmals mit 18 Jahren nach Ludwigsburg ging. Danach lebte er 5 Jahre in Göttingen, wo er eine Familie gründete und mit dieser dann für weitere 15 Jahre zurück nach Karlsruhe ging. Nach weiteren Aufenthalten in Ulm, Frankfurt und Freiburg landete er schließlich wieder in Karlsruhe, wo er jetzt mit seiner Familie lebt und im Familienbetrieb die kaufmännischen Aufgaben übernimmt. Da seine Kinder inzwischen überall verstreut leben, hat er diese am liebsten bei sich zu Besuch.

Zum Gastfreund kam er über die Gruppe Spielplan und 100 Prozent Karlsruhe, bei dem seine halbe Familie auf der Bühne stand, er selbst aber nicht. Als er sich entschied, beim Gastfreund selbst mitzuwirken, war er einen Schritt weiter als bisher: zum ersten Mal selbst auf der Bühne.